Guly Thing :: Zeitreise in die Vergangenheit

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Inhalt: Das Thing - Was ist das?

Funktion und Geschichte des Thing

Der Duden übersetzt Thing als nordische Form von Ding, und stellt dies als germanische Volksversammlung / Ratsversammlung heraus. Diese beiden Begriffe liegen somit nahe beieinander und werden uns im Text noch öfter begegnen.

Im Namen Thing kommt das -tie-, -thir-, oder -tyr- vor.

Tyr ist der germanische Gott des Rechts.

Recht und Gerechtigkeit spielten schon im Leben des Altertums vor der heutigen Zeitrechnung eine gewichtige Rolle. Das Recht sprechen war ein Ergebnis der eigenen Dorfgeschichte (der Tradition). Es galt das Recht der Sippe.

Recht basiert auf der Wahrheit: ohne Wahrheit, kein Recht!

Deshalb steht im jütischen Gesetzbuch von 1200 n. Chr.: Die Wahrheit geht vor allem Recht!

Was ist Wahrheit?

Was ist Recht?

Der "philosophische Wahrheitsbegriff" bezeichnet die Übereinstimmung der Erkenntnis mit einem Gegenstand Recht ist die Ordnung, die das Zusammenleben der Menschen bindend regelt.

Zur Regelung des täglichen Zusammenlebens wurden "weise Männer" gewählt, welche sich an ganz bestimmten Orten versammelten, um über Recht und Gerechtigkeit Urteile zu fällen oder über andere Regelungen zu verhandeln.
Der Thing-Platz war nicht der Ort, an dem Menschen Opfer brachten, um ihren jeweiligen Gott gnädig zu stimmen. Er war vielmehr der Platz, wo Menschen zu ihrem Gott beteten:

  • um Weisheit
  • das alle in Frieden miteinander leben konnten
  • das diese Welt, wie sie der Schöpfer gewollt hat, in Ordnung blieb

Ort des Thing

  • meist waren es besondere Orte an markanten Punkten

Ausstattung des Thing

  • Normen gab es keine
  • in der Regel war er ein Kreis von 12 Metern Durchmesser aus Steinen, Pfählen, Hecken oder gespannten Seilen
  • vier markante Hinkelsteine (gewachsene, unbehauene Feldsteine) oder markante Pfähle, die "Dingstöcke", bildeten in diesem Kreis ein Viereck von etwa 20-25 qm
  • darin gab es einen Tisch und 12 Sitzplätze für die Richter und Geschworenen.
  • wenn es einen Eingang gab, dann wurde dieser immer der aufgehenden Sonne entgegen, nach Osten ausgerichtet

Ablauf eines Thing

Die Einladung zu einer Versammlung ging an alle wehrfähigen Männer des Dorfes / der Sippe. Ein "Hammer", der so genannte Botthammer (Bott steht für Botschaft), mit einer an ihm befestigten Botschaft / Einladung, wurde von Haus zu Haus weitergereicht.

Zeitraum:

Im Abstand von 14 Tagen kam man zusammen, wenn es die "Dinge" erforderten auch öfter.

Zusammensetzung:

  • 12 Geschworene wurden auf dem Thing für 1 Jahr "verdingt" gewählt
  • der Sippenälteste gehörte "unbedingt" dazu, der Vogt oder Lehnsherr (z.B. Gut Rundhof) nur "bedingt", wenn die Dorfleute Untertanen / Untergehörige waren
  • ein zusätzlicher "Sandmann" (dänischer Begriff für "wahr"), auf Lebzeit gewählt, beriet die Geschworenen oder holte sich bei ihnen Rat

Gründe der Zusammenkunft sollten sein:

  • Unterhaltung der "Wurt" (Dorf), Festlegung der Saat- und Erntezeiten auf den Allmenden (Felder)
  • weltliche und kirchliche Angelegenheiten
  • Regelung von Landangelegenheiten (Kauf, Tausch oder Pacht)
  • Aburteilung kleinerer Straftaten (Frevel), nachdem der Beschuldigte "dingfest" gemacht wurde
  • schwerwiegende Vergehen wurden "je nach Lage der Dinge" auf dem "Hardesthing“ verhandelt

Thing Urteil:

  • es musste einstimmig sein
  • es wurde vom Ältesten mit Hammerschlag bestätigt und war "unabdingbar"
  • dem Urteil musste sich "bedingungslos" gebeugt werden

Thing Regeln:

  • mussten eingehalten werden
  • Erscheinen war Pflicht "ohne Vorbedingungen"
  • Waffengebrauch und Frevel auf dem Thing wurde mit Friedlosigkeit geahndet
  • der Älteste saß auf einem erhöhten Sitz, Beine verschränkt, mit Blickrichtung nach Osten
  • außer den Geschworenen nahmen alle Teilnehmer stehend an der Versammlung teil

Quelle: Buch der Germanen

 
 
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